Steuernews 2019

Für 2019 ergeben sich wesentliche Änderungen im Steuerrecht. Wir haben die wichtigsten Änderungen für Sie zusammengefasst.

Entlastung von Familien

Eltern leisten durch Unterhalt, Erziehung und Betreuung einen wesentlichen Beitrag für die Gesellschaft. Durch Kinderfreibeträge und Kindergeld sorgt das Steuerrecht für eine angemessene Besteuerung von Familien. Ab dem 1.07.2019 wird das Kindergeld um 10€ pro Kind erhöht. Somit erhalten Eltern ab dem 1.07.2019 für das erste Kind 204€, das zweite Kind 210€, das dritte Kind 210€ und für jedes weitere Kind 235€ pro Monat. Zudem wird der steuerliche Kinderfreibetrag von 7.428€ auf 7.620€ angehoben.

Anhebung des Grundfreibetrags 

Ferner wird der in den Einkommensteuertarif integrierte Grundfreibetrag ab dem 1.01.2019 von 9.000€ auf 9.168€ angehoben. Im Zuge dessen erhöht sich auch der Höchstbetrag für den Abzug von Unterhaltsleistungen an gesetzlich unterhaltsberechtigte Personen.

Haftung der Betreiber von Internet-Marktplätzen für Online-Händler

Immer mehr Waren werden im Internet auf elektronischen Marktplätzen erworben. Damit einhergehend ist allerdings auch die Anzahl der Umsatzsteuerhinterziehungen unter Nutzung von elektronischen Marktplätzen verstärkt angestiegen. Um das Umsatzsteueraufkommen zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit der steuerehrlichen Unternehmen zu sichern, werden ab dem 1.01.2019 die Betreiber elektronischer Marktplätze unter bestimmten Voraussetzungen für die entstandene und nicht abgeführte Umsatzsteuer der Händler aus den auf ihrem Marktplatz ausgeführten Umsätzen in Haftung genommen. Dies betrifft insbesondere den Verkauf durch Unternehmer, die in Deutschland steuerpflichtige Umsätze erzielen, aber in Deutschland nicht steuerlich registriert sind.

Steuervorteile für Elektro- und extern aufladbare Hybridelektrofahrzeuge 

Die Privatnutzung von Dienstwagen muss grundsätzlich mit einem Prozent des inländischen Listenpreises für jeden Kalendermonat versteuert werden. Bei Elektro- und extern aufladbaren Hybridelektrofahrzeugen, die nach dem 31.12.2018 und vor dem 1.01.2022 angeschafft oder geleast werden, wird die Privatnutzung jedoch nur noch zur Hälfte besteuert.

Steuerfreiheit für die private Nutzung eines Elektrofahrrads

Die umweltverträgliche Mobilität wird bereits jetzt umfassend durch das Einkommensteuergesetz gefördert. Das Bereitstellen von Ladestrom und einer betrieblichen Ladevorrichtung für Elektrofahrzeuge ist schließlich eine steuerfreie Arbeitgeberleistung. Ab 2019 gilt dies jedoch auch für den geldwerten Vorteil aus der der unentgeltlichen oder verbilligten Überlassung eines betrieblichen Fahrrads oder Elektrofahrrads an den Arbeitnehmer. Bei Elektrofahrrädern, die verkehrsrechtlich ein Kraftfahrzeug sind (E-Fahrrad mit Motor, das Geschwindigkeiten von mehr als 25 km/h erzielt), gilt allerdings die Dienstwagenregelung (1%-Methode). Die Privatnutzung eines betrieblichen Fahrrads durch einen Betriebsinhaber gilt hingegen nicht als Entnahme.

Steuerfreie „Jobtickets“

Arbeitgeberleistungen für Fahrten des Arbeitnehmers zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, zu einem weiträumigen Tätigkeitsgebiet (z.B. Forstgebiet) oder zu einem dauerhaft festgelegten Sammelpunkt (z.B. Fährhafen) gehörten bislang zum steuerpflichtigen Arbeitslohn. Allerdings wurden Sachbezüge von bis zu 44€ monatlich pro Arbeitnehmer steuerlich nicht berücksichtigt. Ab 2019 werden zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährte Zuschüsse und Sachbezüge des Arbeitgebers für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Linienverkehr zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, zu einem weiträumigen Tätigkeitsgebiet oder zu einem dauerhaft angelegten Sammelpunkt steuerfrei gestellt. Diese Sachzuwendungen fallen zwar nicht mehr unter die monatliche Freigrenze von 44€ pro Arbeitnehmer. Allerdings werden diese steuerfreie Leistungen fortan auf die Entfernungspauschale angerechnet, um einen Ausgleich gegenüber denjenigen Arbeitnehmer herzustellen, die die entsprechenden Aufwendungen selbst aus ihrem versteuerten Einkommen tragen müssen.

Vorabpauschale für Investmentfonds

Investmentfonds schütten ihre Erträge in der Regel nicht aus, sondern legen sie wieder an. Im Gegensatz zu einer direkten Geldanlage entstehen dadurch nicht immer jährlich Steuern für den Anleger. Um die Anlage über eine direkte Geldanlage nicht schlechter zu stellen als eine Anlage über einen Investmentfonds, wird eine Vorabpauschale eingeführt. Die Höhe der Vorabpauschale orientiert sich an einer risikolosen Martkverzinsung, also dem Betrag, den ein Anleger am Markt für eine risikofreie Geldanlage erhalten würde. Von der Vorabpauschale werden tatsächliche Ausschüttungen subtrahiert, so dass sich die Vorabpauschale bis auf null reduzieren kann. Für 2018 gilt ein Zinssatz von 0,609% des Werts des Anteils am Investmentfonds. Bei einem Wert des Investmentanteils am Jahresanfang in Höhe von 100€ würden folglich 0,61€ Vorabpauschale (zzgl. 0,15€ Kirchensteuer) anfallen, falls der Wert des Investmentanteils bis zum 31.12.2018 tatsächlich um diesen Betrag gestiegen ist. Die Vorabpauschale für 2018 fließt Anfang 2019 zu, damit sie mit dem Spar-Pauschbetrag verrechnet werden kann. Sollte der Sparer-Pauschbetrag nicht ausreichen oder wurde kein Freistellungsauftrag gestellt, erhebt das depotführende Kreditinstitut Kapitalertragsteuer und zieht diesen Betrag vom Konto des Anlegers ein.

 

Bei weiteren Fragen steht Ihnen unser Team jederzeit gern unter https://www.behrundpartner.com/kontakt zur Verfügung.

 

Änderung der Rechtsprechung zum Vorsteuerabzug

  1. Der Bundesfinanzhof hat mit Urteil vom 21.06.2018 – VR 25/15 entschieden, dass für den Vorsteuerabzug keine wirtschaftlichen Tätigkeiten unter der Anschrift in der vom leistenden Unternehmer ausgestellten Rechnung ausgeübt werden müssen.
  2. Es ist ausreichend, wenn es sich bei der Anschrift um eine Briefkastenanschrift handelt, sofern der Unternehmer unter dieser Anschrift erreichbar ist.

Sachverhalt 

Der Kläger, ein Autohändler, erwarb Kraftfahrzeuge von einem Einzelunternehmer. Dieser Einzelunternehmer veräußerte seine Fahrzeuge ausschließlich im Internet, ohne ein „Autohaus“ zu betreiben. Der Einzelunternehmer stellte dem Kläger Rechnungen mit einer inländischen Anschrift aus, an der er postalisch erreichbar war. Unter dieser Adresse wurde der Einzelunternehmer auch beim Finanzamt geführt. Am Gebäude der Rechnungsanschrift befand sich ein Firmenschild des Einzelunternehmers. Die Fahrzeuge wurden dem Kläger an der Rechnungsadresse des Einzelunternehmers oder an öffentlichen Plätzen übergeben.

Das Finanzamt versagte dem Kläger den Vorsteuerabzug für die vom Einzelunternehmer ausgestellten Rechnungen, da die Geschäftsadresse nur als Scheinadresse diene und dort nichts vorhanden ist, was auf ein Unternehmen deutet. Das Finanzgericht gab der Klage des Klägers statt, indem er dem Kläger den Vorsteuerabzug zusagte. Das Finanzamt legte Revision beim Bundesfinanzhof ein. Der Bundesfinanzhof richtete im Rahmen der Revision folgende Vorlagefragen an den EuGH:

  1. Setzt Art. 226 Nr. 5 MwStSystRL die Angabe einer Anschrift des Steuerpflichtigen voraus, unter der er seine wirtschaftlichen Tätigkeiten entfaltet?
  2. Für den Fall, dass Frage 1. zu verneinen ist:a) Reicht für die Angabe der Anschrift nach Art. 226 Nr. 5 MwStSystRL eine Briefkastenadresse? b) Welche Anschrift ist von einem Steuerpflichtigen, der ein Unternehmen (z.B. des Internethandels) betreibt, das über kein Geschäftslokal verfügt, in der Rechnung anzugeben?

Der EuGH hat die Vorlagefragen dahingehend beantwortet, dass nach Art. 168 lit. a und Art. 178 lit. a i.V.m. Art. 226 Nr. 5 MwStSystRL der Vorsteuerabzug durch nationale Regelungen nicht davon abhängig gemacht werden kann, dass in der Rechnung die Anschrift anzugeben ist, unter der der Rechnungsaussteller seine wirtschaftliche Tätigkeit ausübt.

Gründe

Die Revision des Finanzamts ist begründet, da nur für 15% der Fahrzeuglieferungen geklärt wurde, dass die Fahrzeuge in Deutschland geliefert wurden.

  1. Nach der bisherigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs war das Merkmal der „vollständigen Anschrift“ in § 14 Abs. 4 S. 1 Nr. 1 UStG nur durch Angabe der zutreffenden Anschrift des leistenden Unternehmers erfüllt, unter der er seine wirtschaftlichen Tätigkeiten entfaltete. Briefkastenanschriften gehörten folglich nicht dazu.
  2. Hieran hält der Bundesfinanzhof nicht mehr fest. Die zum Vorsteuerabzug relevanten § 15 Abs. 1 Nr. 1 UStG , § 14 Abs. 4 S. 1 Nr. 1 UStG sind richtlinienkonform dahingehend auszulegen, dass nicht vorausgesetzt wird, dass die wirtschaftlichen Tätigkeiten unter der Anschrift ausgeübt werden, die in der ausgestellten Rechnung angegeben ist. Es ist jede Anschrift ausreichend, unter der der Unternehmer erreichbar ist. 
  3. Bei innengemeinschaftlichen Lieferungen gem. § 4 Nr. 1 lit. b UStG, § 6a UStG liegen jedoch die Voraussetzungen für einen Vorsteuerabzug nach § 15 ABs. 1 Nr. 1 UStG nach wie vor nicht vor, da es an einer vom leistenden Unternehmer „geschuldeten“ Steuer mangelt.

 

 

 

Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen

Viele Steuerpflichtige bedienen sich haushaltsnaher Dienstleistungen oder Handwerkerleistungen, ohne zu wissen, dass diese Aufwendungen auch zu einer Steuerermäßigung führen können.

Steuerermäßigung in Form eines Abzugs von der Einkommensteuer

Nach § 35a Abs. 2 und 3 EStG können Aufwendungen im Zusammenhang mit Renovierungs-, Instandsetzungs-, oder Modernisierungsarbeiten in einem privaten Haushalt  oder der Pflege eines dazu gehörigen Grundstücks in Höhe von 20% der Arbeitskosten zu einer Steuerermäßigung in Form eines Abzugs von der Einkommensteuer führen.

Was sind haushaltsnahe Dienstleistungen bzw. Handwerkerleistungen?

Haushaltsnahe Dienstleistungen sind z.B. Reinigungsarbeiten in Wohnungen, Heckenschneiden, Pflege- und Betreuungsleistungen oder Gartenarbeiten wie z.B. Rasenmähen. Die maximale Steuerermäßigung beträgt 4.000€/ Jahr.

Handwerkerleistungen sind z.B. Modernisierungs-, Renovierungs- und Erweiterungsarbeiten durch Handwerker, Reparatur und Wartung von Heizung oder Küchengeräten bzw. Schornsteinfegerleistungen. Die maximale Steuerermäßigung beträgt 1.200€/ Jahr.

Steuerermäßigung auf den „Haushalt“ begrenzt

Die haushaltsnahen Dienstleistungen bzw. Handwerkerleistungen sind jedoch nur steuerbegünstigend, sofern diese im „Haushalt“ erbracht werden. Zum „Haushalt“ gehören u.a. auch die Zweit-, Wochenend- oder Ferienwohnung.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an unser Team unter 03974189900 oder unter info@behrundpartner.com.

 

 

Vorschriften zur Grundsteuer verfassungswidrig

Bewertung von Grundstücken verfassungswidrig

Das Bundesverfassungsgericht hat mit Urteil vom 10. April 2018 (Az. 1 BvL 11/14, 1 BvL 12/14, 1 BvL 1/15, 1 BvR 639/11, 1 BvR 889/12) entschieden, dass die derzeitige Bewertung von Grundstücken für die Bemessung der Grundsteuer verfassungswidrig ist. Bis spätestens Ende 2019 muss der Gesetzgeber nun eine Neuregelung schaffen.

Ungleichbehandlung im Abstellen auf veraltete Einheitswerte 

Die Bewertung der Grundstücke erfolgt in den „alten“ Bundesländern auf den Feststellungszeitpunkt 1. Januar 1964 und in den „neuen“ Bundesländern auf den 1. Januar 1935. Das Bundesverfassungsgericht teilt die Meinung des Bundesfinanzhofs, nach dem das Anknüpfen an die alten Bewertungen zu Ungleichbehandlungen durch Wertverzerrungen führt, die verfassungsrechtlich nicht gerechtfertigt sind.

Keine Befreiung von der Grundsteuer 

Die Verfassungswidrigkeit der derzeitigen Regelung führt jedoch nicht zur Befreiung von der Zahlung der Grundsteuer, da das Bundesverfassungsgericht die derzeitigen Regelungen nicht für nichtig erklärt hat. Sollte die Neuregelung des Gesetzgebers sich an den Gesetzgebungsvorschlag aus dem Jahr 2015 ( BR-Drucks. 515/16) orientieren, werden die Bodenwerte nach den aktuellen Bodenrichtwerten ermittelt und der Gebäudewert durch die Alterswertminderung verringerten pauschalierten Herstellungskosten angesetzt werden. Dies würde zu einer massiven Erhöhung der Grundsteuer führen.

Welche Folgen dies für Sie im Einzelfall hat, können Sie gerne in einem persönlichen Gespräch unter 03974189900 oder unter info@behrundpartner.com erfahren.

 

 

Steuerfreie Arbeitgeberleistungen – Teil 2

Von Kindergartenbeiträgen bis zu Zinsersparnissen

Dieser Beitrag setzt unseren ersten Beitrag zu den steuerfreien Arbeitgeberleistungen – Teil 1 fort. Neben den im ersten Beitrag genannten steuerfreien Arbeitgeberleistungen kommen beispielsweise ferner folgende steuerfreie Arbeitgeberleistungen in Betracht:

Kindergartenbeiträge 
Aufwendungen für sowohl betriebliche als auch außenbetriebliche Einrichtungen, in den nicht schulpflichtige Kinder tagsüber betreut und versorgt werden, können steuerfrei übernommen werden.

Kleidung
Sind Arbeitnehmer dazu verpflichtet, Berufskleidung zu tragen, kann der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern die Kosten für Arbeitsschutzkleidung oder uniformähnliche Kleidung steuerfrei erstatten. Die Berufskleidung muss den Arbeitgeber jedoch erkennen lassen, z.B. durch ein Logo, so dass eine private Nutzung grundsätzlich ausgeschlossen ist.

Rabatte
Nicht selten werden Arbeitnehmern vor allem im Einzelhandel Waren vergünstigt oder unentgeltlich überlassen. Solche Waren können dem Arbeitnehmer allerdings nur bis zu einer Höhe von 1.080€/ Jahr vergünstigt oder unentgeltlich überlassen werden, sofern die Waren im Unternehmen grundsätzlich jedem Dritten zum Verkauf angeboten werden.

Reisenebenkosten 
Aufwendungen für Reisegepäck, Ferngespräche, Parktickets o. ä. können vom Arbeitgeber steuerfrei für beruflich veranlasste Reisen erstattet werden.

Sammelbeförderung
Aufwendungen, die dem Arbeitgeber durch die Bereitstellung eines Fahrzeugs zur Sammelbeförderung von mindestens 2 Arbeitnehmern entstehen, können steuerfrei erstattet werden, sofern die Sammelbeförderung für den betrieblichen Einsatz der Arbeitnehmer notwendig ist.

Trinkgeld
Ein Trinkgeld kann immer dann steuerfrei gezahlt werden, wenn für die Zahlung des Trinkgelds kein Rechtsanspruch besteht. Das Trinkgeld muss folglich freiwillig neben der geschuldeten Leistung gewährt werden.

Übernachtungskosten 
Übernachtungsosten für beruflich veranlasste Reisekosten können entweder in tatsächlicher Höhe oder pauschal erstattet werden. Für Übernachtungen im Inland beträgt die Übernachtungspauschale 20€. Für Übernachtungen im Ausland werden die Kosten nach einer Ländertabelle ermittelt.

Sofern ein Arbeitnehmer zwei Haushalte führt (doppelte Haushaltsführung), kann der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer die tatsächlich nachgewiesenen Übernachtungskosten bis zu 1.000€/ Monat steuerfrei erstatten. Die pauschale Erstattung der Übernachtungskosten ist im Inland in den ersten drei Monaten bis zu 20€/ Tag und den darauf folgenden Monaten bis zu 5€/ Tag möglich. Für die Übernachtung im Ausland gelten Sonderregelungen.

Umzugskosten 
Der Arbeitgeber kann bei einem beruflich notwendigen Umzug des Arbeitnehmers die Umzugskosten in tatsächlicher Höhe erstatten, sofern diese nicht der privaten Lebensführung zuzurechnen sind. Anderenfalls ist eine steuerfrei pauschale Erstattung nach dem Bundesumzugskostenrecht für neue Möbel oder eventuelle Verluste aus dem Verkauf alter Möbel möglich.

Vermögensbeteiligungen 
Unentgeltlich oder vergünstigte Sachbezüge in Form von Vermögensbeteiligungen (Aktien, GmbH-Anteilen, stille Beteiligungen) sind bis zu einem Betrag in Höhe von 360€/Jahr steuerfrei.

Verpflegungsmehraufwendungen 
Je nach Dauer der täglichen Abwesenheit eines Arbeitnehmers von der Wohnung oder der ersten Tätigkeitsstätte kann der Arbeitgeber steuerfreie Verpflegungsmehraufwendungen zahlen. Diese betragen bei einer Abwesenheit über 8 Stunden sowie am An- und Abreisetag bei einer Dienstreise mit Übernachtung 12€, bei einer Abwesenheit von mehr als 24 Stunden 24€. Für Auslandsreisen gelten Sonderregelungen.

Zinsersparnisse
Arbeitgeber können ihren Arbeitnehmern Darlehen auf Grund eines Dienstverhältnisses zum marktüblichen Zins steuerfrei gewähren, sofern die Zinsersparnisse bei unverzinslichen oder zinsvergünstigten Darlehen einschließlich der zum Lohnzahlungszeitraum noch zu tilgenden Darlehenssumme 2.600€ nicht übersteigen.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an info@behrundpartner.com oder unsere Mitarbeiter, die werktäglich unter 03974189900 für Sie erreichbar sind.

Steuerfreie Arbeitgeberleistungen – Teil 1

Welche Leistungen können Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern steuerfrei gewähren?

Mit unserem Beitrag „Steuerfreie Arbeitgeberleistungen“ zeigen wir Ihnen beispielhaft, welche Leistungen Sie als Arbeitgeber Ihren Arbeitnehmern steuerfrei gewähren können. Während eine Gehaltserhöhung sowohl für den Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber eine höhere Steuerbelastung nach sich zieht, sind andere Arbeitgeberleistungen innerhalb bestimmter Grenzen steuerfrei oder pauschal besteuerbar und sozialversicherungsfrei. Dazu gehören insbesondere die folgenden Leistungen:

Arbeitsmittel
Unentgeltlich zur beruflichen Nutzung überlassene Arbeitsmittel (z.B. Notebook, Smartphone).

Aufmerksamkeiten
Sachzuwendungen (keine Geldzuwendungen) von bis zu 60€ (z. B. Blumen, Bücher, Tonträger, Genussmittel), die dem Arbeitnehmer oder seinen Angehörigen aus Anlass eines besonderen persönlichen Ereignisses zugewendet werden.

Beihilfen für Notfälle
600€ beispielsweise bei Krankheit, Unfall, Kuren.

Betriebsveranstaltungen
Steuerfrei sind bis zu zwei Betriebsveranstaltungen im Jahr bis 110 €/Arbeitnehmer. Die Veranstaltung muss allen Arbeitnehmern eines Betriebsteils offen stehen.

Bonuspunkte aus Kundenbindungsprogrammen 
Viele Arbeitgeber gestatten ihren Mitarbeitern, auf Dienstreisen erworbene Bonuspunkte (z.B. Miles&More) privat zu verwenden. Bis zu 1.080€/Jahr sind sie steuerfrei. Der übersteigende Betrag ist nur dann nicht lohnsteuerpflichtig, wenn das gewährende Unternehmen, also z.B. die Fluggesellschaft, eine pauschale Besteuerung (2,25 Prozent) durchführt und dies dem Prämienempfänger schriftlich mitteilt.
Dieser sollte den Arbeitgeber wiederum davon unterrichten.

Elektronische Aufladestation
Das Aufladen von Elektrofahrzeugen (reine E-Fahrzeuge einschließlich Zweiräder, Hybridelektrofahrzeuge) in einer Betriebsstätte des Arbeitgebers oder eines verbundenen Unternehmens ist ab dem 01.01.2017 lohnsteuerfrei. Gleiches gilt, wenn der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine betriebliche Ladevorrichtung für das „Tanken“ des Elektrofahrzeugs überlässt.

Essensmarken
Mahlzeiten vom Arbeitgeber sind nur mit den Sachbezugswerten von 3,17€ für Mittag- oder Abendessen bzw. 1,70€ für Frühstück, gemindert um Zuzahlungen des Arbeitnehmers, zu versteuern. Für Mahlzeiten in einer nicht vom Arbeitgeber selbst betriebenen Einrichtung kann der Arbeitgeber einen steuerfreien Zuschuss von bis zu 3,10€ täglich für z. B. eine Essenmarke gewähren, wenn der Arbeitnehmer den amtlichen Sachbezugswert hinzuzahlt oder versteuert.

Fahrtkosten/Reisekosten  
Aufwendungen für öffentliche Verkehrsmittel (Bahn, Bus, Taxi, Schiff, Flugzeug) können in Höhe des tatsächlich gezahlten Beförderungsentgelts erstattet werden, sofern sie im Rahmen einer beruflich veranlassten Tätigkeit entstanden sind. Fahrten mit dem privaten PKW können mit 0,30€/km erstattet werden. Bei Motorrädern beträgt die Pauschale 0,20€/km.

Firmenwagen
Die Überlassung eines Firmenwagens ist immer dann lohnsteuerfrei, wenn der Arbeitnehmer den Wagen nur für solche Fahrten nutzen darf, für die Reisekosten anfallen.

Fortbildung
Berufliche Fort- und Weiterbildungsleistungen sind immer dann steuerfrei, wenn die Maßnahmen im überwiegenden Interesse des Arbeitgebers durchgeführt werden.

Geschenke (Sachbezüge)
Geschenke (z.B. Belohnungsessen, Waren-/ Benzingutscheine) sind steuerfrei,  wenn der Vorteil für den Arbeitnehmer höchstens 44.oo €/ Kalendermonat beträgt. Erhält der Arbeitnehmer insgesamt mehr Geschenke als in Höhe von 44.00€/Monat sind alle Geschenke des betroffenen Monats zu versteuern.

Gesundheitsförderung
Aufwendungen zur Gesundheitsförderung des Arbeitnehmers können jährlich bis zu 500.00€/Arbeitnehmer steuerfrei zusätzlich zum ohnehin gezahlten Arbeitslohn erstattet werden. Mitgliedsbeiträge für Fitnessstudios oder Sportvereine können nur steuerfrei erstattet werden, sofern die sportlichen Einrichtungen den fachlichen Anforderungen der Krankenkassen gerecht werden.

Fortsetzung s. Teil 2.

Rentner im Ausland, steuerpflichtig

Deutsche Rentner im Ausland – wer muss Steuern zahlen?

Viele Rentner zieht es ins Ausland: Die Sonne ist warm, das Leben kostet wenig, und die deutsche Bürokratie ist weit, weit weg … Nicht ganz so weit, wie viele denken! Immer mehr Rentner müssen eine Steuererklärung abgeben, auch wenn sie im Ausland leben. „Schuld daran“ ist das Alterseinkünftegesetz, dass 2004 von der Bundesregierung unter Gerhard Schröder beschlossen wurde und ein Jahr später in Kraft trat. Seitdem werden Vorsorgeaufwendungen schrittweise stärker steuerlich absetzbar, im Gegenzug werden Renten und Altersbezüge zunehmend steuerpflichtig. Dieser Grundsatz der „nachgelagerten Besteuerung“ soll die privaten Vorsorge, beispielsweise die Riester-Rente, fördern und gegenfinanzieren. Ob das eine gute Idee ist, sei dahingestellt. In jedem Fall müssen auf Altersbezüge seit 2005 Steuern gezahlt werden. Wir verraten Ihnen, was die „Steuer auf die Rente“ für Sie bedeutet, und was Sie jetzt unternehmen sollten.

Alle deutschen Rentner sind steuerpflichtig, auch im Ausland.

Grundsätzlich ist jeder Empfänger von Altersbezügen seit 2005 steuerpflichtig – egal, ob im In- oder Ausland lebend. Dass viele deutsche Rentner im Ausland erst jetzt vom Finanzamt Post bekommen, liegt an dem enormen Kraftakt, den die Behörden vollbringen mussten, um das Gesetz von 2005 überhaupt in die Tat umzusetzen. Gut ein halbes Jahrzehnt dauerte es allein, alle Informationen über Rentenbezieher im Ausland im dafür zuständigen Finanzamt in Neubrandenburg zu sammeln. Erst seit 2011 werden von dort aus Auslandsrentner zur Abgabe einer Steuererklärung aufgefordert. Und erst seit 2013 ermöglicht eine EU-Richtlinie die Amtshilfe und den Informationsaustausch zwischen den einzelnen Ländern. Die Mühlen der Bürokratie mahlen also langsam, das ändert jedoch nichts an der Steuerpflicht: Auch wer im Ausland lebt, muss auf seine Alterseinkünfte Steuern zahlen.

Unser Praxistipp:

Auch als Rentner sollten Sie sich regelmäßig über die aktuelle Steuergesetzgebung informieren. Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre finanzielle Situation.

Auch Rentner im Ausland müssen eine Steuererklärung abgeben.

Zuständig für das Erfassen von Altersbezügen ist die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA). Die Behörde hat Zugriff auf alle Daten von Rentenversicherungsträgern, Versorgungswerken, privaten Rentenkassen und Lebensversicherern und informiert ihrerseits die Finanzämter. Zusätzlich informieren sich die Finanzbehörden der Staaten, mit denen Doppelbesteuerungsabkommen bestehen, gegenseitig über Einkünfte aus Erwerbstätigkeit, Zinsen, Lebensversicherungen und Pensionen. Besonders die EU-Mitgliedsstaaten tauschen fleißig Daten, das Netz ist engmaschig. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis jeder im Ausland lebende Rentner Post aus Neubrandenburg bekommt. Spätestens dann ist die Abgabe einer Steuererklärung fällig. Es ist jedoch schlauer, nicht erst auf „den Brief aus der Heimat“ zu warten, sondern selbst aktiv zu werden.

Unser Praxistipp:

Informieren Sie sich, ob zwischen Deutschland und dem Land, in dem Sie leben, ein Doppelbesteuerungsabkommen besteht. Leben Sie in der Europäischen Union?

Alterseinkünfte werden auch rückwirkend versteuert.

Die Höhe der „Steuer auf die Rente“ hängt maßgeblich vom Jahr des Renteneintritts ab. Wer 2005 oder davor in Rente gegangen ist, muss 50 Prozent seiner Alterseinkünfte versteuern, die andere Hälfte – der Rentenfreibetrag – bleibt steuerfrei. Danach steigt der zu versteuernde Anteil jährlich um 2 Prozent an, bis schließlich 2040 alle Alterseinkünfte vollkommen besteuert werden. Wer 2017 in den Ruhestand geht, muss demnach auf knapp drei viertel seiner Rente Steuern zahlen.

Das Alterseinkünftegesetz ist seit 2005 in Kraft, entsprechend verlangt das Finanzamt Steuererklärungen und Steuerzahlungen rückwirkend ab 2005. Das ist natürlich eine böse Überraschung, denn in mehr als zehn Jahren kann sich einiges an Steuerschulden angesammelt haben. Statt zu warten und möglicherweise noch mehr Schulden beim Fiskus zu machen, ist daher eine schnelle Klärung der tatsächlichen Steuerpflicht und -schuld wichtig.

Unser Praxistipp:

Klären Sie, ob Sie tatsächlich steuerpflichtig sind. Rechnen Sie nach, wie viel Steuern Sie möglicherweise zahlen oder nachzahlen müssen.
Die beschränkte Steuerpflicht kann teuer werden.

Rentner, die ihren Wohnsitz ins Ausland verlegen, sind in Deutschland nur noch „beschränkt steuerpflichtig“, wer zu Hause bleibt, ist weiter „unbeschränkt steuerpflichtig“.  Mit der beschränkten Steuerpflicht soll eine Doppelbesteuerung durch in- und ausländische Finanzämter vermieden werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass dadurch die Steuerlast sinkt. Das Gegenteil ist der Fall, denn mit der beschränkten Steuerpflicht entfallen viele steuermindernde Ansprüche. Der wichtigste ist der steuerliche Grundfreibetrag.

Der steuerliche Grundfreibetrag, nicht zu verwechseln mit dem Rentenfreibetrag, ist die Grenze unterhalb derer Einkünfte unversteuert bleiben. 2017 sind das 8.820 Euro für Alleinstehende und 17.640 Euro für Ehe- oder eingetragene Paare. Rentner im Ausland erhalten diesen Grundfreibetrag nicht, ihre Alterseinkünfte werden vom ersten Euro an besteuert. Das kann teuer werden – muss es aber nicht.

Unser Praxistipp:

Lernen Sie die wichtigsten Begriffe kennen: Rentenfreibetrag, Grundfreibetrag, beschränkte und unbeschränkte Steuerpflicht.

Ein Antrag auf unbeschränkte Steuerpflicht kann Geld sparen.

Wer seine Alterseinkünfte zum weitaus größten Teil aus Deutschland bezieht, kann aufatmen. In diesem Fall kann beim Finanzamt ein Antrag auf „unbeschränkte Steuerpflicht“ gestellt werden. Wird dem Antrag entsprochen, gilt wieder der Grundfreibetrag. Einkünfte unterhalb des Grundfreibetrages bleiben dann steuerfrei. Zusätzlich greifen bei unbeschränkter Steuerpflicht auch andere „Steuersparmodelle“ wie beispielsweise das Ehegatten-Splitting oder Werbungskosten.

Doch was bedeutet „weitaus größter Teil“? – Darauf gibt es zwei Antworten. Entweder: Die Alterseinkünfte werden zu wenigstens 90 Prozent aus Deutschland bezogen, und es gibt daneben im Ausland nur kleine Einkünfte, beispielsweise aus Zinsen, Rente oder einem Nebenjob. Oder: Die Einkünfte aus dem Ausland, die nicht in Deutschland versteuert werden, liegen unter dem Grundfreibetrag von 8.820 bzw. 17.640 Euro.

Über alle Einkünfte aus dem In- und Ausland müssen bei Antragstellung Nachweise beigebracht werden. Das kann Nerven kosten, doch der Aufwand lohnt sich. Summiert man die durch die unbeschränkte Steuerpflicht gesparten Steuern über mehrere Jahre auf, kommt ein ansehnlicher Betrag zusammen. Manchmal macht dieser Betrag den Unterschied aus zwischen einem unbeschwerten Lebensabend und Altersarmut. Es lohnt sich also genau zu prüfen, ob eine unbeschränkte Steuerpflicht in Frage kommt.

Unser Praxistipp:

Kommt die unbeschränkte Steuerpflicht für Sie in Frage? Dann sollten Sie unbedingt nachrechnen, welche Steuerersparnis möglich ist.

Deutsche Rentner im Ausland sollten einen Steuerberater kontaktieren.

Die seit 2005 bestehende Steuerpflicht und die schleppende Bearbeitung durch die Finanzämter können deutsche Rentner im Ausland in eine unangenehme Lage bringen – Nachzahlungen drohen. Es hilft jedoch nicht, den Kopf in den Sand zu stecken, denn früher oder später finden der Fiskus jeden Altersruhesitz. Besser ist, die eigene Situation jetzt nüchtern zu analysieren und die Möglichkeiten zu nutzen, die das Steuerrecht gewährt. Da die Steuergesetzgebung oft angepasst wird und nicht selten unübersichtlich wirkt, lohnt sich in jedem Fall der Rat eines Steuerberaters.

Unser Praxistipp:

Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie einen Steuerberater – am besten, bevor Sie selbst mit dem Finanzamt in Verhandlung treten. Behr & Partner informiert Sie über Ihre Rechte und rechnet für Sie nach. Kontaktieren Sie uns. Wir beraten Sie gern!

Ausländische Arbeitnehmer, steuerpflichtig

Ausländische Arbeitnehmer in Deutschland – wer darf arbeiten, wer muss Steuern zahlen?

Viele Deutsche haben Angst vor Ausländern, auch auf dem Arbeitsmarkt. Häufig wird die Sorge geäußert, Ausländer nähmen Deutschen die Jobs weg und schickten das hierzulande verdiente Geld postwendend zurück in die Heimat. Wasser auf die Mühlen solcher Befürchtungen ist das jüngst bekannt gewordene Gebaren einiger US-Unternehmen, die in Deutschland eingeheimsten Gewinne nicht in der Bundesrepublik zu versteuern, sondern in EU-Steuerparadiesen. Die in vielen bilateralen Verträgen errungene und ausgehandelte „Freizügigkeit“ ist ins Gerede gekommen. Zu unrecht!

Exportweltmeister Deutschland ist auf das Ausland angewiesen, nicht nur der vollen Auftragsbücher wegen. Deutschland ist arm an Rohstoffen, es mangelt an Fachkräften. Viele Unternehmen suchen händeringend nach qualifizierten Mitarbeitern, auch im Ausland. Es ist also ein Glücksfall, wenn Menschen aus dem Ausland in Deutschland leben und arbeiten wollen: eine Win-Win-Situation.

Aus diesem Grund lohnt sich ein Blick auf die Bedingungen, unter denen ausländische Beschäftigte in Deutschland arbeiten, Steuern und Sozialabgaben zahlen. Das Ausländer-, das Steuer- und das Sozialversicherungsrecht geben dabei strenge Spielregeln vor, gewähren aber auch einige Spielräume. Vier Grundsätze sollten ausländische Arbeitnehmer und ihre deutschen Arbeitgeber in jedem Fall beachten:

Ausländische Arbeitnehmer benötigen eine Aufenthaltstitel

Der deutsche Arbeitsmarkt ist grundsätzlich eine geschlossene Veranstaltung. Wer etwa als Tourist ins Land kommt, dem ist der Zugang zu einer bezahlten Beschäftigung verwehrt. Dasselbe gilt im Übrigen auch für Geflüchtete. Ausländer, die sich zum Zweck der Ausübung einer Erwerbstätigkeit in Deutschland aufhalten wollen, benötigen dafür einen Aufenthaltstitel. Dieser ist zeitlich befristet und zweckgebunden und muss, abhängig vom Land, vor oder nach der Einreise beantragt werden. Zur Aufnahme einer Beschäftigung benötigen Ausländer außerdem eine Erlaubnis der Bundesagentur für Arbeit: Sie soll Verzerrungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt vermeiden, beispielsweise durch schlechtere Bezahlung oder ungünstigerer Arbeitsbedingungen. Zur Erteilung einer solchen Erlaubnis muss bereits ein konkretes Arbeitsangebot vorliegen.

Ausländer, die Staatsangehörige eines Landes der Europäischen Union, der Schweiz, Liechtenstein, Norwegen oder Island sind, genießen „Freizügigkeit“ – sie benötigen keinen Aufenthaltstitel und keine Genehmigung. Die Freizügigkeit gilt mittlerweile auch für alle osteuropäischen EU-Länder. Ebenfalls ausgenommen sind Ausländer, die schon eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis besitzen oder für die andere zwischenstaatliche Regelungen greifen.

Unser Praxistipp: Die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam – die Beantragung eines Aufenthaltstitel kann einige Monate in Anspruch nehmen. Kümmern Sie sich frühzeitig darum!

Ausländische Arbeitnehmer müssen Einkommensteuer zahlen

Unabhängig von der Staatsangehörigkeit gilt: Wer in Deutschland einen amtlichen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, ist hier unbeschränkt einkommensteuerpflichtig. „Unbeschränkt“ heißt: Alle weltweiten Einkünfte des Steuerpflichtigen, das sogenannte „Welteinkommen“, werden zur Besteuerung herangezogen. Zum diesem Welteinkommen zählen, genau wie in Binnen-Deutschland, sämtliche Einkünfte aus nichtselbständiger und selbständiger Arbeit, Gewerbe, Land- und Forstwirtschaft, Kapital, Verkauf, Vermietung und Verpachtung. Ein „gewöhnliche Aufenthalt“ in Deutschland wird vom Finanzamt angenommen, wenn sich ein ausländischer Beschäftigter länger als sechs Monate (183-Tage-Regelung) in Deutschland aufhält. Bleibt der Wohnsitz dagegen im Ausland, man spricht dann vom „Grenzpendler“, besteht nach dem Doppelbesteuerungsabkommen nur eine beschränkte Steuerpflicht. Das heißt, der Fiskus hält nur bei den in Deutschland erzielten Einkünften die Hand auf.

In manchen Fällen ist dennoch die unbeschränkte Steuerpflicht wünschenswert, auch wenn diese aufgrund Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im Ausland eigentlich nicht greift. Grund dafür sind mögliche Steuervergünstigungen, beispielsweise Werbungskosten, außergewöhnliche Belastungen und Sonderausgaben. In diesem Fall kann eine unbeschränkte Steuerpflicht beantragt werden, jedoch nur unter bestimmten Bedingungen: Wenigstens 90% der Einkünfte müssen in Deutschland erzielt werden und die ausländischen Einkünfte dürfen den deutschen Steuerfreibetrag nicht überschreiten.

Unser Praxistipp: Für Ausländer ohne Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland ist das Doppelbesteuerungsabkommen ein komplizierter aber möglicher Weg zum Steuern sparen. Der Steuerberater hilft!  

Grenzpendler zahlen in Deutschland Steuern, Grenzgänger im Ausland.

Neben dem genannten „Grenzpendler“ kennt das Doppelbesteuerungsabkommen auch den „Grenzgänger“. Beide sind Pendler, dennoch sollte man die Begriffe nicht verwechseln. Ein Grenzgänger ist ein Arbeitnehmer, der grenznah im Ausland lebt, regelmäßig zum Arbeitsplatz nach Deutschland pendelt und dabei wenigstens einmal wöchentlich nach Hause zurück kehrt. Ausländischer Wohnort und deutscher Arbeitsplatz befinden sich dabei in einer 20 bis 30 Kilometer breiten Grenzzone. Die Besteuerung erfolgt in dem Staat, in dem sich der Wohnsitz befindet, von der deutschen Einkommensteuerpflicht ist der Grenzgänger befreit. Das für die Betriebsstätte zuständige Finanzamt stellt dazu auf Antrag eine Freistellungsbescheinigung aus.

Befinden sich Arbeitsplatz oder Wohnort außerhalb der Grenzzone, gilt wieder die beschränkte Steuerpflicht in Deutschland für Grenzpendler mit der Möglichkeit, sie in eine unbeschränkte Steuerpflicht umzuwandeln.

Unser Praxistipp: Auf den ersten Blick kann es reizvoll erscheinen, als Grenzgänger keine Steuern in Deutschland zu zahlen. Wer mit diesem „Steuersparmodell“ liebäugelt, sollte jedoch genau nachrechnen, ob sich das Pendeln zwischen In- und Ausland wirklich lohnt!

Ausländische Arbeitnehmer sind sozialversicherungspflichtig.

Arbeitnehmer unterliegen grundsätzlich dem Sozialversicherungsrecht des Landes, in dem sie arbeiten. Die Staatsangehörigkeit oder der Wohnsitz spielen keine Rolle. Ausländische Arbeitnehmer müssen demnach in Deutschland Beiträge zur Arbeitslosen-, Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung zahlen. Das gilt auch für EU-Bürger und auch für Grenzpendler und Grenzgänger.

Ausgenommen von den deutschen Rechtsvorschriften sind lediglich Arbeitnehmer, die von einem ausländischen Arbeitgeber vorübergehend nach Deutschland entsandt werden, gewöhnlich in mehreren Staaten beschäftigt sind oder aufgrund besonderer Vereinbarungen den Rechtsvorschriften eines anderen Landes unterliegen.

Für Staatsangehörige der Europäischen Union gilt aufgrund der Freizügigkeit bei der Wahl von Wohnort und Arbeitsplatz, dass ein ausländischer Arbeitnehmer durch die Zahlung von Beiträgen in die deutsche Sozialversicherung Ansprüche im Heimatland erwirbt. Die Höhe der Ansprüche richtet sich dann jedoch nach den Bestimmungen des Landes, in dem die Auszahlung erfolgt.

Unser Praxistipp:  Ausländische Arbeitnehmer, die ihren Ruhestand im Heimatland verleben möchten, sollten sich frühzeitig Gedanken machen: über die Wahl des Altersruhesitzes, die Höhe der Zahlungen aus Renten- und Pflegeversicherung und die Möglichkeiten privater Vorsorge!

Sie haben Fragen? Oder brauchen Hilfe? Kontaktieren Sie uns!

Verfahrensdokumentation, Belegablage

Verfahrensdokumentation – für eine GoBD konforme und geordnete Belegablage

Mit dem Inkrafttreten der neuen GoBD ab dem 01.01.2015 (ab 2017 für alle bindend) ist der Begriff „Verfahrensdokumentation“ wieder ein Thema. Dabei ist diese Problematik nicht neu, seit über zwanzig Jahren sollte jedes Unternehmen bereits über eine Verfahrensdokumentation verfügen, so steht in den GoBS von 1995 geschrieben. Die Wirtschaft hat sich nicht ernsthaft darum gekümmert und die Finanzverwaltung in der Praxis nicht weiter daran gestört.

Doch nun bekommt das Thema Verfahrensdokumentation neuen Schwung.

Immer mehr Außenprüfer lassen sich jetzt die Verfahrensdokumente zeigen.

Kann eine Verfahrensdokumentation nicht vorgelegt werden, so ist zunächst die Beweiskraft für eine geordnete und sichere Belegablage einer konventionellen oder IT-gestützten Buchführung gestört, es liegt in der Folge ein Verstoß gegen die GoBD vor.

Dass eine Verfahrensdokumentation zukünftig notwendig sein wird, sollte somit unstrittig sein. Welchen Umfang die Dokumentation aber haben sollte, welchen Inhalt, welche Struktur, dass hängt von der jeweiligen Größe und Organisation des Unternehmens ab.

Eine Verfahrensdokumentation soll Antworten auf folgende Fragen geben:

  • Wie sind der Belegeingang und die Belegidentifikation organisiert?
  • Wie wird die Vollständigkeit der gesammelten Belege sichergestellt?
  • Nach welchem Ordnungssystem und an welchem Ort werden die Belege abgelegt?
  • Wie ist das eventuelle Nebeneinander von konventionellen Papierbelegen und originär digitalen Belegen organisiert?
  • Wie ist der Ablageort (z. B. konventioneller Ordner oder IT-gestütztes Archivsystem) vor Zugriffen Unbefugter und vor Verlust geschützt?
  • Wer darf auf den Ablageort zugreifen und Belege einsortieren?
  • In welchen Abständen und auf welchem Weg erhält die buchführende Stelle (z. B. unternehmensinterne Buchführung oder Steuerberatungskanzlei) die Belege?
  • Wie wird sichergestellt, dass alle betroffenen Personen die oben genannten Aspekte kennen und beachten?
  • Wie wird sichergestellt, dass die Belege nicht vor Ablauf der Aufbewahrungsfristen vernichtet werden?

Werden Teile des Verfahrens durch beauftragte Dritte wie z.B. Steuerberater oder IT Unternehmen angewendet oder ausgeführt, ändert das grundsätzlich nichts an der Verantwortung des Buchführungs- bzw. Aufzeichnungspflichtigen (Unternehmer, Inhaber, Geschäftsführer) für die Ordnungsmäßigkeit im Außenverhältnis z.B. gegenüber dem Finanzamt. Um dieser Verantwortung nachzukommen, sollte er eine ausreichende Sorgfalt bei der Auswahl seines Dienstleisters (Steuerberater, IT-Unternehmen), dem Auftragsumfang und der abgestimmten Einrichtung ordnungsmäßiger Verfahren walten lassen.

Neue Wege mit ADDISON OneClick

Wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können, dass wir für Sie mit ADDISON OneClick eine Möglichkeit gefunden haben, dass mit seinen Arbeitshilfen alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt und entspricht, bei der Sie zudem Ihren Büroalltag spürbar leichter gestalten, aber vor allem um wieviel einfacher, transparenter und effizienter die Zusammenarbeit mit Ihrem Steuerbüro sein wird.

Nehmen Sie Abschied von alten Denkweisen – und entdecken Sie jetzt  gemeinsam mit uns und ADDISON OneClick neue Wege – erleben Sie, wie leicht es sein kann, im Büro alles noch besser im Griff zu haben und wie reibungslos sich die Zusammenarbeit gestalten lässt.

Mit ADDISON OneClick bieten wir Ihnen maßgeschneiderte, auf Ihre Bedürfnisse angepasste Anwendungen. Dank modernster Webtechnologie geschieht der Daten-, Dokumenten- und/oder Belegaustausch mit Ihrem Steuerberater auf einen „Click“ – und wenn Sie eine Frage haben, können wir jederzeit direkt eingreifen.

Ihre Vorteile im Überblick:

  • Einfache, sichere und komfortable Nachrichtenübermittlung
  • Datensicherheit durch modernste Kommunikationstechnologie und hoch sichere SSL-Verschlüsselung
  • Einhaltung der strengen Vorgaben des Bundesdatenschutzgesetzes
  • Verlässlicher Standort der Server in Deutschland
  • Archivierung der Kommunikation
  • Schnelle Volltextsuche
  • alle bereitgestellten Daten sind jederzeit abrufbar

Ihre Nachteile im Überblick:

  • KEINE!!!

 

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung – Kontakt

Bei Interesse senden wir Ihnen gerne eine Muster-Verfahrensdokumentation zu!

Rechnung Pflichtangaben

Welche Pflichtangaben gehören in eine Rechnung?

Checkliste 
Wie erstelle ich eine richtige Rechnung

Das Ausstellen vollständiger und richtiger Rechnungen gehört zu den wichtigen administrativen Aufgaben im Unternehmen. Der Gesetzgeber verlangt bestimmte Pflichtangaben in der Rechnung, die besonders für den Vorsteuerabzug von Bedeutung sind. Rechnungsaussteller und Rechnungsempfänger sollten diese Pflichtangaben kennen.

Erbringen Sie als Unternehmer eine Leistung und erhalten ein Entgelt, stellen Sie dafür in der Regel eine Rechnung aus. In vielen Fällen sind Sie dazu vom Gesetzgeber verpflichtet – beispielsweise, wenn Sie für einen anderen Unternehmer für dessen Unternehmen arbeiten. Dann müssen Sie Ihre Rechnung binnen sechs Monaten nach erbrachter Leistung ausstellen, andernfalls droht ein Bußgeld. Jedoch verlangen auch viele Privatpersonen eine Rechnung, um einen Vorsteuerabzug geltend zu machen.

Ihre Rechnung muss bestimmte Pflichtangaben enthalten, die vom Umsatzsteuergesetz vorgegeben sind und Bedeutung für den Vorsteuerabzug haben. Rechnungsaussteller und Rechnungsempfänger müssen alle Angaben einer Rechnung auf Vollständigkeit und Richtigkeit zu überprüfen, denn nur eine Rechnung mit vollständigen und richtigen Angaben berechtigt zum Vorsteuerabzug!

Ihre Rechnung muss gemäß § 14 Abs. 4 und § 14a Abs. 5 UStG folgende Angaben enthalten:

Vollständiger Name und vollständige Anschrift

Der vollständige Name und die vollständige Anschrift beider Vertragspartner sind Pflichtangaben in einer Rechnung. Wichtig ist dem Finanzamt dabei, dass es Leistungserbringer und Leistungsempfänger eindeutig feststellen kann.

Sie können die Postanschrift, ein Postfach oder auch eine Großkundenadresse verwenden. Bei Unternehmen mit mehreren Zweigniederlassungen, Betriebsstätten oder Betriebsteilen können Sie jede dieser Anschriften verwenden. Bei Kleinbetragsrechnung bis 150,- € dürfen Sie ganz auf die Anschrift des Leistungsempfängers verzichten.

Unser Praxistipp: Lassen Sie sich im Zweifelsfall die richtige Anschrift vom Vertragspartner bestätigen.

Steuernummer oder Umsatzsteueridentifikationsnummer

Ihrer Steuernummer ist eine Pflichtangabe in der Rechnung. Sie können stattdessen auch Ihre Umsatzsteueridentifikationsnummer (Ust-IdNr.) verwenden, die Ihnen das Bundeszentralamt für Steuern auf Antrag erteilt.

Wenn Sie als Unternehmer in fremden Namen und für fremde Rechnung arbeiten, müssen Sie die Steuernummer oder Ust-IdNr. des leistenden Unternehmens angeben. (Beispiel: Tankstellenpächter arbeiten im Namen und auf Rechnung eines Mineralölunternehmens.)

Bei bestimmten Geschäften, beispielsweise innerhalb des europäischen Gemeinschaftsgebiets, müssen Sie neben Ihrer eigenen auch immer die Steuernummer Ihres Vertragspartners nennen.

Unser Praxistipp: Informieren Sie sich vorab, welche Steuernummer oder -nummern Sie benötigen.

Ausstellungsdatum der Rechnung

Das Ausstellungsdatum ist eine Pflichtangabe in der Rechnung und eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Dennoch geschehen auch hier Fehler, zum Beispiel bei der Wiederverwendung von Rechnungsvorlagen vom vergangenen für den laufenden Monat.

Unser Praxistipp:  Ersparen Sie sich den Ärger um fehlende oder fehlerhafte Pflichtangaben in der Rechnung. Machen Sie sich und Ihren Kunden die täglichen administrativen Arbeiten leichter. Erstellen Sie Angebote und Rechnungen einfach, vollständig und richtig mit Addison OneClick Angebot & Rechnung.

Fortlaufende Rechnungsnummer

Die fortlaufenden Rechnungsnummer ist eine weitere Pflichtangabe in der Rechnung. Durch die Nummerierung soll sichergestellt werden, dass eine von Ihnen ausgestellte Rechnung einmalig ist und eindeutig identifiziert werden kann. Deshalb muss die Rechnungsnummer fortlaufend und eindeutig sein. Ansonsten sind Ihrer Phantasie beim Aufbau der Rechnungsnummer kaum Grenzen gesetzt – erlaubt ist, was gefällt bzw. was Ihnen die alltägliche Arbeit erleichtert.

Sehr nützlich ist die Bildung sogenannter Nummernkreise: Damit können Sie Ihre Rechnungen zeitlich, örtlich und organisatorisch sortieren, beispielsweise nach Jahr, Ort, Filiale und vielem mehr. Sie dürfen dazu Kombinationen aus Ziffern und Buchstaben verwenden.

Beispiel:

Rechnungsnummer: „DEU-2017-BER-00123“

„DEU“: Lieferzone, z.B. Deutschland, EU, nicht-EU

„2017“: laufendes Jahr

„BER“: Niederlassung Berlin

„00123“: laufende Nummer

Unser Praxistipp: Rechnungsnummern müssen nur eindeutig und fortlaufend, nicht lückenlos vergeben werden!

Menge und handelsübliche Bezeichnung gelieferter Waren oder Umfang und Art erbrachter Leistungen

Menge und handelsübliche Bezeichnung sind Pflichtangaben in einer Rechnung, gleiches gilt für Dienstleistungen. Wichtig ist dem Finanzamt, dass die Bezeichnungen eindeutig sind und die Bestimmung des anzuwendenden Steuersatzes leicht ermöglicht. Eine detaillierte Angabe aller Waren oder Leistungen ist dabei nicht nötig. Sammelbezeichnungen wie „Büroartikel“ oder „Baumaterial“ sind ausreichend, zu allgemeine Beschreibungen wie „Geschenke“ oder „Beratung“ sind es allerdings nicht.

Unser Praxistipp: Informieren Sie sich über die anzuwendenden Steuersätze und schaffen Sie sich Standardbezeichnungen für die von Ihnen angebotenen Artikel.

Zeitpunkt der Lieferung oder Leistung und Zeitpunkt der Zahlung

Der Zeitpunkt einer Lieferung oder Leistung und der Zeitpunkt der Zahlung sind Pflichtangaben in einer Rechnung. Als Zeitpunkt der Lieferung gilt dabei entweder die Abholung einer Ware, der Versand einer Ware oder die Fertigstellung und Abnahme einer Ware oder Dienstleitung durch den Kunden. Da diese Zeitpunkte in der Praxis nicht immer einfach zu ermitteln sind, gibt sich das Finanzamt hier mit der Angabe des Kalendermonats zufrieden.

Manchmal steht der endgültige Liefer- oder Leistungstermin noch gar nicht fest. Dann muss ein voraussichtliche Termin angegeben werden. Sie können sich aber auch mit einem Verweis auf den Lieferschein behelfen – der Lieferschein muss dann datiert und eindeutig der Rechnung zuzuordnen sein.

Ist der Zeitpunkt der Zahlung bekannt, muss auch dieser angegeben werden. Wird eine Voraus- oder Anzahlung für eine noch zu erbringende Lieferung oder Leistung abgerechnet, so muss dies auf der Rechnung kenntlich gemacht werden.

Unser Praxistipp: Auch wenn Rechnungs- und Liefer- oder Leistungsdatum identisch sind – Sie müssen den Zeitpunkt der Lieferung oder Leistung angeben!

Entgelt, Steuerbetrag und Steuersatz oder Steuerbefreiung

Entgelt, Steuerbetrag und Steuersatz oder Steuerbefreiung sind Pflichtangaben in einer Rechnung. Alle Beträge müssen einzeln aufgelistet sein. Denken Sie daran, dass für einige Waren und Dienstleitungen ermäßigte Steuersätze gelten.

Wenn Sie für eine Ware oder Dienstleitung eine Steuerbefreiung geltend machen wollen, sollte Ihre Rechnung den Grund für die Steuerbefreiung nennen. Es genügt eine umgangssprachliche Formulierung, Sie müssen das genaue Gesetz weder nennen noch zitieren.

Bei Kleinbetragsrechnungen bis 150,- € entfällt die Pflicht zur Auflistung einzelner Beträge, stattdessen genügen der Gesamtrechnungsbetrag und der Steuersatz oder der Grund für die Steuerbefreiung.

Unser Praxistipp: Informieren Sie sich vorab über ermäßigte Steuersätze und Steuerbefreiungen!

Im Voraus vereinbarte Minderung des Entgelts

Eine im Voraus vereinbarte Minderung des Entgelts, beispielsweise Skonto, Bonus oder Rabatt, ist eine Pflichtangabe in der Rechnung.

Sie können die vereinbarte Minderung als Brutto- oder Nettobetrag, aber auch als Prozentwert angeben. Bei einem Rabatt oder Bonus genügt auch ein Verweis auf eine bestehende Vereinbarung. Ihre Vereinbarungen mit dem Kunden muss jedoch durch das Finanzamt leicht nachprüfbar sein, das heißt, sie muss in Schriftform vorliegen und auf Nachfrage ausgehändigt werden.

Beispiele:

„Wir gewähren 2% Skonto bei Zahlung bis zum 31.12.2017.“

Es gelten die bestehenden Rabatt- oder Bonusvereinbarungen.“

Unser Praxistipp: Gut sichtbare Angaben zu Skonto, Rabatt und Bonus sind nicht nur Pflicht, sondern auch eine Art der Verkaufsförderung.

Wie lange müssen Rechnungen aufbewahrt werden?

Rechnungen müssen 10 Jahre lang aufbewahrt werden. Das gilt für alle Rechnungen, die Sie ausgestellt haben und ebenso für alle Rechnungen, die Sie selbst erhalten haben. Achten Sie darauf, dass alle Rechnungen geordnet und sicher lagern, und Sie schnell darauf zugreifen können, falls das Finanzamt Nachfragen hat.

Grundsätzlich dürfen Rechnungen elektronisch gespeichert werden, solange Sie Datensicherheit und schnelle Verfügbarkeit für das Finanzamt gewährleisten können.

Unser Praxistipp: Lassen Sie Ihr Archivierungssystem durch einen Wirtschaftsprüfer abnehmen!

 

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