Amazon Pan EU

Amazon Pan EU Chance oder Risiko

Der Marktplatz-Betreiber Amazon will seine Logistik effizienter gestalten und setzt dabei auf einen paneuropäischen (Pan EU) Versand.

29 Logistik-Zentren an 26 Standorten verteilt auf 7 Länder betreibt Amazon derzeit in Europa. Um das gesamte Potenzial dieses Netzwerks ausschöpfen zu können, muss es gleichmäßig ausgelastet werden.
Mit der Erweiterung des Amazon-Services Fulfillment by Amazon (FBA) um den pan-europäischen Versand soll das Verkaufen auf den europäischen Amazon-Marktplätzen stark vereinfacht werden.
Theoretisch können Händler direkt aus Deutschland ins Ausland verkaufen und versenden, aber daraus können sich auch Nachteile ergeben.

Die Behr und Partner GmbB hat die wichtigsten Eckdaten für Online-Händler zusammengefasst und erklärt die Problematik in diesem Video.

 

Steuerhinterziehung auf Ebay und Amazon, Steuerfall vermeiden

Steuerhinterziehung auf Ebay und Amazon – Steuerfall vermeiden

Privatverkäufe auf Ebay & Co. – steuerfrei oder Steuerhinterziehung?

Mit Privatverkäufen auf Online-Marktplätzen wie Ebay lässt sich schnell ein ansehnlicher Nebenverdienst erzielen. Doch Vorsicht: Auch Handelsplattformen im Internet unterliegen dem Steuerrecht und das Finanzamt nimmt erfolgreiche Händler gern unter die Lupe. Wenn Sie häufiger auf Ebay & Co. verkaufen und dabei Ärger vermeiden wollen, lohnt sich daher ein Blick in unsere Praxistipps.

Kommentare in sozialen Netzwerken stehen momentan im Brennpunkt der Diskussion darüber, ob das Internet ein rechtsfreier Raum sei. Vielfach beachtet wurden in der Vergangen auch die Abmahnwellen im Zusammenhang mit Tauschbörsen. Immer noch wenig diskutiert werden  dagegen Handelsplattformen wie Ebay, Amazon oder ähnliche. Zu unrecht! Denn die Handelsplätze im Internet sind durchaus keine rechtsfreien Räume. Hier greift das Steuerrecht, und das Finanzamt schaut genau hin. Wenn Sie sich vor bösen Überraschungen schützen wollen, sollten Sie daher bei Privatverkäufen auf Ebay & Co. einige wichtige Grundsätze beachten.

Viele Ebay und Amazon Verkäufer laufen in eine Steuerfalle, die richtig teuer werden kann, durch Verkäufe auf diesen Plattformen. Erfahren Sie mehr dazu, wie Sie richtig auf Amazon oder Ebay verkaufen, ohne Steuerfalle.
Im Interview Amazon Profi Jens Linder und Steuerberater Behr.

 

Online-Marktplätze sind nicht automatisch Flohmärkte

Oftmals werden Handelsplattformen im Internet per se Flohmärkten oder Kleinanzeigen gleichgesetzt. Tatsächlich sind von den 5,4 Millionen deutschen Verkäufern auf Ebay nur rund 175.000 als gewerbliche Händler registriert. Der Großteil nutzt Ebay demnach ausschließlich für Privatverkäufe. Das Finanzamt sieht das anders: Als Verkäufer im Internet können Sie auch ohne Anmeldung und Ladenlokal gewerbsmäßig handeln. Die Beamten suchen gezielt nach Händlern, die regelmäßige oder hohe Einnahmen aus Verkäufen erzielen, und ermitteln bei Verdacht auf Steuerhinterziehung Name, Anschrift und Bankverbindung. Bestätigt sich der Verdacht, drohen „Schwarzhändlern“ Steuernachzahlungen und saftige Strafen, im Zweifelsfall entscheidet ein Gericht.

Unser Praxistipp: Hinterfragen Sie Ihren Zeiteinsatz und Ihre Einnahmen. Ist Ebay nur ein Hobby oder ist es mehr?

Nur Gelegenheitsverkäufe sind steuerfrei

Auch in Zeiten des Internets bleibt der gelegentliche Kleinhandel zwischen Privatleuten grundsätzlich steuerfrei. Die Grenzen zwischen privatem und gewerblichem Handel sind dabei jedoch fließend.

Unproblematisch beispielsweise sind einmalige Verkäufe aus Haushaltsauflösungen oder Entrümplungen. Wer sind von Kunst und Krempel vom Dachboden trennt, bleibt in der Regel steuerfrei. Schwieriger wird es beim wiederholten Verkauf von gleichartigen Gegenständen oder Neuware oder wenn Sie Waren für Dritte verkaufen. Kritisch wird es, wenn Sie einige Dutzend Verkäufe innerhalb kurzer Zeit anbahnen oder Ihre Angebote aufwendig, kostenpflichtig bewerben. Dann kann das Finanzamt einen gewerbsmäßigen Handel mit Gewinnerzielungsabsicht annehmen und Sie zur Kasse bitten.

Unser Praxistipp: Prüfen Sie Anzahl und Art Ihre Verkäufe. Verkaufen Sie „ab und zu“ oder regelmäßig, „Schätzchen“ oder Neuware?

Wiederverkäufe sind häufig steuerpflichtig auf Marktplätzen

Beim Verkauf von Neuware oder neuwertige Ware ist immer Vorsicht geboten. Das gilt sicherlich nicht für die in der falschen Größe bestellte Bluse, ganz anders bewertet das Finanzamt dagegen den gewinnbringenden Weiterverkauf von z.B. Spielkonsolen, Mobiltelefonen oder Eintrittskarten. Wenn Sie also das neue iPhone gleich zweimal kaufen und das Zweitgerät sofort wieder auf Ebay setzen, ist das für das Finanzamt kein Privatverkauf. Es gilt: Wenn Sie Waren extra für den Wiederverkauf gekauft haben, handeln Sie gewerbsmäßig und müssen Ihre Einnahmen versteuern.

Unser Praxistipp: Seien Sie achtsam bei Wiederverkäufen. Haben Sie die Ware extra für den Weiterverkauf erworben?

Auch für Privatverkäufe gibt es eine Spekulationsfrist

Für den Verkauf von Wertgegenständen, egal ob Neuware oder nicht, gilt eine Spekulationsfrist von zwölf Monaten. Das heißt: Wenn Sie Gegenstände kaufen und innerhalb eines Jahres wieder verkaufen, sind die daraus erzielten Gewinne steuerpflichtige Einnahmen und müssen dem Finanzamt als privates Veräußerungsgeschäft in der Anlage „SO“ der Einkommensteuererklärung gemeldet werden. Wichtig für das Finanzamt sind dabei die Daten von Kauf und Verkauf sowie der erzielte Gewinn. Bleibt der Gewinn unterhalb von 600 Euro, so bleibt er auch steuerfrei. Andernfalls werden Ihre „Spekulationsgeschäfte“ besteuert.

Unser Praxistipp: Achten Sie auf Spekulationsfristen. Haben Sie den verkaufen Gegenstand selbst vor weniger als zwölf Monaten erworben?

Neben der Einkommensteuer können auch Umsatz- und Gewerbesteuer fällig werden

 Wenn Sie als Online-Händler regelmäßige oder hohe Einkünfte erzielen, werden Sie einkommensteuerpflichtig. Nur wenn Ihr gesamtes Jahreseinkommen unter dem Grundfreibetrag von 8.354 Euro liegt, bleiben Sie steuerfrei. Auch wenn Sie nur „nebenbei“ auf Ebay & Co. verkaufen, müssen Sie Ihre zusätzlichen Einkünfte in der Steuerklärung angeben, sobald der jährliche Freibetrag von 410 Euro überschritten wird. Nebeneinkünfte über 820 Euro im Jahr werden voll versteuert.

Sie gelten als Kleinunternehmer, solange der Umsatz aus Ihren Verkäufen 17.500 Euro innerhalb eines Jahres nicht überschreitet. Dann bleibt es bei der Einkommensteuer. Anders sieht es aus, sobald der Betrag größer wird: Übersteigt der Umsatz des Vorjahres 17.500 Euro und der des laufenden Jahres voraussichtlich 50.000 Euro, werden Sie zusätzlich umsatzsteuerpflichtig. Dann müssen je nach Art der Ware zwischen 7% und 19% Umsatzsteuer ausweisen und an das Finanzamt abführen.

Sollte Ihr jährlicher Gewinn 24.500 Euro überschreiten, müssen Sie zusätzlich Gewerbesteuer an Ihre Kommune abführen.

Unser Praxistipp: Behalten Sie Ihre Umsätze und Gewinne im Blick. Sind Sie bereits ein Kleinunternehmer oder Gewerbetreibender?

Gehen Sie auf Nummer sicher. Führen Sie Buch

Privatverkäufe auf Ebay & Co. überschreiten schnell und oft unbemerkt die Grenze zwischen Hobby und Gewerbe. Wenn Sie also häufiger Waren auf Online-Marktplätzen verkaufen, lohnt es sich, selbst einmal nachzurechnen, bevor es das Finanzamt tut.

Führen Sie über Ihre Verkäufe Buch und verschaffen Sie sich einen Überblick über Umsätze und Gewinne. Bewahren Sie Rechnungen und sonstige Kaufbelege der Waren auf, die Sie weiterverkaufen. Sie können damit steuerabzugsfähige Kosten oder die Einhaltung von Spekulationsfristen nachweisen. Auch Werbekosten im Zusammenhang mit Ihren Verkäufen sollten Sie in der Buchführung nicht vergessen. Sie erleichtern sich Ihre Steuererklärung und beugen Problemen vor, falls das Finanzamt Ihre Zahlen genauer hinterfragt und im Zweifelsfall schätzen will.

Unser Praxistipp: Führen Sie von Anfang an Buch. Haben Sie immer alle Belege zur Hand?

Nicht nur das Finanzamt prüft

Wenn Sie mit Privatverkäufen oft oder viel Geld dazu verdienen, sollten Sie neben dem Finanzamt auch mit anderen neugierigen Beobachtern rechnen: den professionellen Händlern. Viele professionelle Händler, die vom Kaufen und Verkaufen leben und durch Steuern und Abgaben belastet werden, sehen die private – steuerfreie – Konkurrenz nicht gern. Das gilt besonders dann, wenn Sie als privater Händler regelmäßig in Erscheinung treten.

Dann droht Ihnen der Vorwurf, sich durch unterlassene Steuer- und Abgabenzahlungen einen Wettbewerbsvorteil zu erschleichen: „unlauterer Wettbewerb“. Lässt sich dieser Vorwurf erhärten, drohen Ihnen kostenpflichtige Abmahnungen und Schadensersatzansprüche, nicht selten folgen dann auch Ermittlungen wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung.

Wenn Sie häufig auf Ebay oder ähnlichen Handelsplattformen verkaufen, sollten Sie daher erwägen, sich dort von vornherein als „Profi-Händler“ zu registrieren.

Unser Praxistipp: Prüfen Sie nach, ob Sie ins „Profi-Lager“ überwechseln sollten. Stehen Sie in Konkurrenz mit gewerblichen Händlern?

Lieferschwellen in der EU

Lieferschwellen und Erwerbsschwellen in den EU-Mitgliedstaaten

Erwerbs- und Lieferschwellen die in der EU eingehalten werden müssen

Lieferschwellen – was gilt es zu beachten

Bei der Versandhandelsregelung, d.h. Versendung bzw. Beförderung von Gegenständen durch den Lieferer an nicht umsatzsteuerpflichtige Abnehmer haben die EU-Mitgliedsstaaten Erwerbs- und Lieferschwellen festgelegt. Bei Überschreiten der Lieferschwelle unterliegt die Lieferung an Privatpersonen nicht im Ursprungsland der Umsatzsteuer, sondern im Bestimmungsland. Die Lieferschwelle legt den Warenwert abzüglich des Steuerbetrags (Entgelt) im vorangegangenen oder im laufenden Kalenderjahr fest, bis zu dem Versendungs- und Beförderungslieferungen – ausgenommen neuer Fahrzeuge – an einen oder mehrere Abnehmer ohne Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) des betreffenden Mitgliedsstaates mit der Steuer des Abgangslandes abgerechnet werden dürfen (§3c UStG bzw. Abschnitt 3c.1 Umsatzsteueranwendungserlass – UStAE).

Wird dieser Wert für den oben genannten Abnehmerkreis überschritten, d.h. Lieferung an Privatpersonen, sowie an nicht umsatzsteuerpflichtige Abnehmer, so hat sich der Lieferant im Bestimmungsland umsatzsteuerlich zu registrieren und mit der Steuer des Bestimmungslandes abzurechnen. Adressen der Informationsstellen für die Umsatzsteuer in den einzelnen EU-Staaten finden Sie auf der Internetseite des Bundeszentralamtes für Steuern unter www.bzst.de. Adressen der für die umsatzsteuerliche Registrierung ausländischer Unternehmen zuständigen Finanzämter in Deutschland.

Für die Höhe der Lieferschwelle ist immer der in dem jeweiligen Land festgelegte Betrag entscheidend, indem die Beförderung oder Versendung endet. Die Verlagerung des Lieferortes nach § 3c UStG ins Land des Abnehmers mit derartiger umsatzsteuerlicher Registrierung tritt ein, sobald die Lieferschwelle im laufenden Kalenderjahr überschritten wird. Bis zum Zeitpunkt des Überschreitens der Lieferschwelle obliegt die Versteuerung der Umsatzsteuer dem Ursprungsland.

Beispiel für Lieferschwelle in der EU

Ein deutscher Unternehmer darf an Privatpersonen in Italien Waren im Wert von 35.000 Euro im Kalenderjahr liefern und mit deutscher Umsatzsteuer abrechnen. Überschreitet er am 25.06.2016 diesen Betrag von 35.000 Euro, so verlagert sich bereits für am 25.06.2016 ausgelieferte Umsätze der Lieferort nach Italien. Der deutsche Unternehmer muss sich dann ab dem 24.06.2016, 24.00 Uhr in Italien registrieren lassen, seine Umsätze mit italienischer Umsatzsteuer abrechnen und in Italien eine Umsatzsteuererklärung abgeben und die italienische Umsatzsteuer abführen.

Verzicht auf Lieferschwellen

Überschreitet ein Lieferer die Lieferschwelle nicht, so kann er nach § 3c Abs. 4 Satz 3 UStG auf die Anwendung der Lieferschwelle verzichten und damit zur Regelung nach § 3c UStG optieren, indem er einen Antrag auf umsatzsteuerliche Registrierung im jeweiligen Lieferland stellt. In diesem Fall berechnet er mit der Umsatzsteuer des Bestimmungslandes und ist an diesen Antrag 2 Jahre gebunden. Der Antrag auf Verzicht der Lieferschwelle ist frist- und formlos bei der Finanzverwaltung im Lieferland und getrennt nach einzelnen Mitgliedsstaaten einzureichen.
Dieser Antrag kann sinnvoll sein, wenn der USt-Satz im Bestimmungsland niedriger als im Ursprungsland ist.

Lieferschwellen in der EU

Die folgende Tabelle stellt die aktuellen Lieferschwellen in der EU dar (Quelle, Stand: 15.12.2016).

Land Währung Lieferschwelle
Belgien EUR 35.000
Bulgarien BGN 70.000
Dänemark DKK 280.000
Deutschland EUR 100.000
Estland EUR 35.000
Finnland EUR 35.000
Frankreich EUR 35.000
Griechenland EUR 35.000
Irland EUR 35.000
Italien EUR 35.000
Kroatien HRK 270.000
Lettland EUR 35.000
Litauen EUR 35.000
Luxemburg EUR 100.000
Malta EUR 35.000
Niederlande EUR 100.000
Österreich EUR 35.000
Polen PLN 160.000
Portugal EUR 35.000
Rumänien RON 118.000
Schweden SEK 320.000
Slowakei EUR 35.000
Slowenien EUR 35.000
Spanien EUR 35.000
Tschechien CZK 1.140.000
Ungarn EUR 35.000
Vereinigtes Königreich GBP 70.000
Zypern EUR 35.000

Erwerbsschwellen Reglung

Von den Lieferschwellen zu unterscheiden sind bei der Versandhandelsregelung die sogenannten Erwerbsschwellen. Die Erwerbsschelle wurde für sogenannte Halbunternehmen, also Kleinunternehmen im Sinne des UStG § 19 UStG, als auch für steuerbefreite Unternehmen und nichtsteuerpflichtige juristische Personen im Versandhandel eingeführt: Inhalt dieser Regelung ist, dass Anschaffungen von Gegenständen aus anderen EU-Ländern durch diese sogenannten Halbunternehmen z.B. für Deutschland 12.500€ gemäß § 1a Ⅲ UStG, sowie für jeden anderen Mitgliedsstaat jeweils aktualisiert in Abschn. 42 UStR nicht zur Erwerbssteuer im Bestimmungsland hier im Beispiel Deutschland herangezogen werden, wenn die Erwerbe im Kalenderjahr 12.500€ nicht überschreiten.

Die Folge: Der Halbunternehmer wird dann nicht zur USt in Deutschland, sprich zur Erwerbssteuer (USt) herangezogen. Vielmehr hat dann bei Nichtüberschreiten dieser Erwerbsstelle der Verkäufer die USt zu zahlen und zwar entweder im Bestimmungsland der Ware nach den Regeln der sogenannten Versandhandelsregelung oder aber, wenn diese nicht greift in seinem Heimatland. Erreicht die Summe der relevanten Einkäufe aus anderen Mitgliedsstaaten bei einem Halbunternehmer aber den Schwellenwert, so sind von diesem Zeitpunkt an alle weiteren Erwerbe inklusive diejenigen, mit denen der Schwellenwert erreicht wird, der Erwerbssteuer zu unterwerfen, ebenfalls sind dann sämtliche Erwerbe des Folgejahres von Anfang an steuerpflichtig.
Der Sinn der Erwerbsschwelle liegt darin, dass die sogenannten Halbunternehmer sämtliche Personen sind, die bisher keine reguläre Umsatzsteuererklärung abgeben mussten, weshalb die Verpflichtung für ihre Einkäufe aus anderen Mitgliedsstaaten die Erwerbssteuer zuzahlen, für dessen Personenkreis zusätzliche administrative Belastungen bedeuten würde, die man den Halbunternehmern bei Bagatellfällen ersparen möchte, also für Erwerbe, die unter der Erwerbsschwelle liegen.

Auf die Anwendung der Erwerbsschwelle kann ein Halbunternehmer daher auch verzichten (für Deutschland in § 1a Ⅳ UStG). Dann gilt Erwerbssteuerpflicht auch schon bei nur geringfügigen Käufer aus anderen Mitgliedsstaaten pro Jahr.

Welche Auswirkungen hat die Erwerbsschwelle auf den Bezug von Dienstleistungen?

Hat ein sogenannter Halbunternehmer die Erwerbsschwelle überschritten oder auf ihre Anwendung verzichtet, muss der Betroffene zur Abwicklung seiner Erwerbssteuerpflichtigen Einkäufe eine Umsatzsteueridentifikationsnummer beantragen. Der Besitz einer solchen USt-ID hat dann zur Konsequenz, dass der Betroffene von innergemeinschaftlichen Dienstleistungen, die er als Kunde von Anbietern aus anderen EU-Staaten bezieht zu sorgen hat. Dennoch hängt die Entscheidung, ob die Erwerbsschwelle überschritten ist oder nicht, einzig und allein vom Umfang der Wareneinkäufe nicht auch vom Wert der aus anderen Mitgliedsstaaten bezogenen Dienstleistungen ab.

Wichtige Ausnahmen:
Die Erwerbsschwelle gilt nicht für den Erwerb verbrauchssteuerpflichtiger Waren oder neuer Fahrzeuge, diese sind selbst bei geringfügigen Kauf der Erwerbssteuer zu unterwerfen.
Käufe solcher Waren werden allerdings auch nicht auf die Erwerbsschwelle angerechnet.

 

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