Amazon Polen

Das Amazon-Lager in Polen hat Konsequenzen für deutsche Geschäftspartner.

Ende 2014 hat der weltgrößte Online-Händler Amazon drei Verteilzentren in Polen eröffnet. Damit verwirklicht das Unternehmen seine bereits 2013 angekündigte neue Transport- und Lagerungspolitik. Für deutsche Amazon-Geschäftspartner kann das mit wesentlichen Änderungen und neuen Verpflichtungen verbunden sein. Dazu hat die deutsch-Polnische Industrie- und Handelskammer (AHK Polen) eine Information ausgearbeitet.

Bisher verfügte Amazon über 27 europäische Zentren, die in Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien lokalisiert sind. Die neuen Logistikzentren in Polen – jedes mit einer Größe von rund 100 000 Quadratmetern, was einer Fläche von 13 Fußballfeldern entspricht – sind die ersten Konzerninvestitionen in Mittelosteuropa und dabei gleichzeitig die modernsten Zentren in der Welt. Aus Polen werden derzeit vor allem die Kunden in Deutschland, aber auch in anderen Ländern beliefert. Nutzen deutsche Amazon-Geschäftspartner die neuen Amazon-Logistikzentren in Polen zur Lagerung ihrer Waren, so hat das auch umsatzsteuerliche Konsequenzen.

Denn der Warentransfer aus einem deutschen Amazon-Lager in ein Logistikzentrum in Polen, zur Lagerung für einen unbestimmten Zeitraum, stellt aus umsatzsteuerlicher Sicht ein unternehmensinternes Verbringen dar. Allerdings finden die Vereinfachungsregelungen für Konsignationslager (sogenannte Call-Off-Stocks) in diesem Fall keine Anwendung. Das hat zur Folge, dass die deutschen Unternehmen, die ihre Produkte an die Amazon-Logistikzentren nach Polen verbringen, den polnischen Steuerrichtlinien unterliegen und sich vor Ort umsatzsteuerlich registrieren lassen müssen.

Weiter ist es erforderlich in Polen einen innergemeinschaftlichen Erwerb anzumelden. Dazu ist eine polnische USt-IdNr. erforderlich, die vorab in Polen beantragt werden muss. Sowohl Registrierung als auch Beantragung der Nummer sollte bereits vor dem ersten internen Verbringen erfolgen. Jeder Lieferant ist für die Anmeldung und die Einhaltung der steuerrechtlichen Bedingungen selbst verantwortlich. Die AHK Polen unterstützt jedoch bei der Umsatzsteuerregistrierung und Erfüllung der weiteren umsatzsteuerlichen Pflichten.

Der Warenverkauf aus dem Amazonlager in Polen muss – sofern keine Steuerbefreiung greift – mit dem gültigen polnischen Umsatzsteuer-Satz in Rechnung gestellt werden. Die deutschen Amazon-Geschäftspartner sind also verpflichtet, die von Amazon erhaltene Umsatzsteuer nachträglich an das polnische Finanzamt zu melden und zu überweisen. (Quelle: IHK-Hannover)