Steuernews 2019

Für 2019 ergeben sich wesentliche Änderungen im Steuerrecht. Wir haben die wichtigsten Änderungen für Sie zusammengefasst.

Entlastung von Familien

Eltern leisten durch Unterhalt, Erziehung und Betreuung einen wesentlichen Beitrag für die Gesellschaft. Durch Kinderfreibeträge und Kindergeld sorgt das Steuerrecht für eine angemessene Besteuerung von Familien. Ab dem 1.07.2019 wird das Kindergeld um 10€ pro Kind erhöht. Somit erhalten Eltern ab dem 1.07.2019 für das erste Kind 204€, das zweite Kind 210€, das dritte Kind 210€ und für jedes weitere Kind 235€ pro Monat. Zudem wird der steuerliche Kinderfreibetrag von 7.428€ auf 7.620€ angehoben.

Anhebung des Grundfreibetrags 

Ferner wird der in den Einkommensteuertarif integrierte Grundfreibetrag ab dem 1.01.2019 von 9.000€ auf 9.168€ angehoben. Im Zuge dessen erhöht sich auch der Höchstbetrag für den Abzug von Unterhaltsleistungen an gesetzlich unterhaltsberechtigte Personen.

Haftung der Betreiber von Internet-Marktplätzen für Online-Händler

Immer mehr Waren werden im Internet auf elektronischen Marktplätzen erworben. Damit einhergehend ist allerdings auch die Anzahl der Umsatzsteuerhinterziehungen unter Nutzung von elektronischen Marktplätzen verstärkt angestiegen. Um das Umsatzsteueraufkommen zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit der steuerehrlichen Unternehmen zu sichern, werden ab dem 1.01.2019 die Betreiber elektronischer Marktplätze unter bestimmten Voraussetzungen für die entstandene und nicht abgeführte Umsatzsteuer der Händler aus den auf ihrem Marktplatz ausgeführten Umsätzen in Haftung genommen. Dies betrifft insbesondere den Verkauf durch Unternehmer, die in Deutschland steuerpflichtige Umsätze erzielen, aber in Deutschland nicht steuerlich registriert sind.

Steuervorteile für Elektro- und extern aufladbare Hybridelektrofahrzeuge 

Die Privatnutzung von Dienstwagen muss grundsätzlich mit einem Prozent des inländischen Listenpreises für jeden Kalendermonat versteuert werden. Bei Elektro- und extern aufladbaren Hybridelektrofahrzeugen, die nach dem 31.12.2018 und vor dem 1.01.2022 angeschafft oder geleast werden, wird die Privatnutzung jedoch nur noch zur Hälfte besteuert.

Steuerfreiheit für die private Nutzung eines Elektrofahrrads

Die umweltverträgliche Mobilität wird bereits jetzt umfassend durch das Einkommensteuergesetz gefördert. Das Bereitstellen von Ladestrom und einer betrieblichen Ladevorrichtung für Elektrofahrzeuge ist schließlich eine steuerfreie Arbeitgeberleistung. Ab 2019 gilt dies jedoch auch für den geldwerten Vorteil aus der der unentgeltlichen oder verbilligten Überlassung eines betrieblichen Fahrrads oder Elektrofahrrads an den Arbeitnehmer. Bei Elektrofahrrädern, die verkehrsrechtlich ein Kraftfahrzeug sind (E-Fahrrad mit Motor, das Geschwindigkeiten von mehr als 25 km/h erzielt), gilt allerdings die Dienstwagenregelung (1%-Methode). Die Privatnutzung eines betrieblichen Fahrrads durch einen Betriebsinhaber gilt hingegen nicht als Entnahme.

Steuerfreie „Jobtickets“

Arbeitgeberleistungen für Fahrten des Arbeitnehmers zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, zu einem weiträumigen Tätigkeitsgebiet (z.B. Forstgebiet) oder zu einem dauerhaft festgelegten Sammelpunkt (z.B. Fährhafen) gehörten bislang zum steuerpflichtigen Arbeitslohn. Allerdings wurden Sachbezüge von bis zu 44€ monatlich pro Arbeitnehmer steuerlich nicht berücksichtigt. Ab 2019 werden zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährte Zuschüsse und Sachbezüge des Arbeitgebers für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Linienverkehr zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, zu einem weiträumigen Tätigkeitsgebiet oder zu einem dauerhaft angelegten Sammelpunkt steuerfrei gestellt. Diese Sachzuwendungen fallen zwar nicht mehr unter die monatliche Freigrenze von 44€ pro Arbeitnehmer. Allerdings werden diese steuerfreie Leistungen fortan auf die Entfernungspauschale angerechnet, um einen Ausgleich gegenüber denjenigen Arbeitnehmer herzustellen, die die entsprechenden Aufwendungen selbst aus ihrem versteuerten Einkommen tragen müssen.

Vorabpauschale für Investmentfonds

Investmentfonds schütten ihre Erträge in der Regel nicht aus, sondern legen sie wieder an. Im Gegensatz zu einer direkten Geldanlage entstehen dadurch nicht immer jährlich Steuern für den Anleger. Um die Anlage über eine direkte Geldanlage nicht schlechter zu stellen als eine Anlage über einen Investmentfonds, wird eine Vorabpauschale eingeführt. Die Höhe der Vorabpauschale orientiert sich an einer risikolosen Martkverzinsung, also dem Betrag, den ein Anleger am Markt für eine risikofreie Geldanlage erhalten würde. Von der Vorabpauschale werden tatsächliche Ausschüttungen subtrahiert, so dass sich die Vorabpauschale bis auf null reduzieren kann. Für 2018 gilt ein Zinssatz von 0,609% des Werts des Anteils am Investmentfonds. Bei einem Wert des Investmentanteils am Jahresanfang in Höhe von 100€ würden folglich 0,61€ Vorabpauschale (zzgl. 0,15€ Kirchensteuer) anfallen, falls der Wert des Investmentanteils bis zum 31.12.2018 tatsächlich um diesen Betrag gestiegen ist. Die Vorabpauschale für 2018 fließt Anfang 2019 zu, damit sie mit dem Spar-Pauschbetrag verrechnet werden kann. Sollte der Sparer-Pauschbetrag nicht ausreichen oder wurde kein Freistellungsauftrag gestellt, erhebt das depotführende Kreditinstitut Kapitalertragsteuer und zieht diesen Betrag vom Konto des Anlegers ein.

 

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